1. ZUM INHALT

Ich weiche heute ein wenig von meinem Konzept bei Rezensionen ab und unterteile in „Was mir gefallen hat“, „Was mir nicht gefallen hat“ und dem Fazit aus beiden.

2. WAS MIR GEFALLEN HAT

Der Historiker Gregor Schöllgen versucht aus der Geschichte der letzten hundert Jahre, Gesetzmäßigkeiten zu erkennen und diese für die heutige Zeit und die nächste Zukunft als Analogieschluss anzuwenden, um uns die Auswirkungen und Folgen im Hier und Jetzt zu zeigen.

Dazu hat er die Fakten zusammengetragen. Natürlich kennt der Leser die Ereignisse, man hat darüber gelesen, man hat es gelernt, man hat darüber gehört, dennoch ist einiges einfach nicht mehr so präsent.

Der Historiker beschreibt Wladimir Iljitsch Lenins Weg nach Russland und welchen Vorteil die Deutschen daraus schlugen. Die Pariser Friedenskonferenz wird beleuchtet und kritisiert.

Aus Gregor Schöllgens Sicht besteht die Geschichte des 20. Jahrhunderts aus „Plündern, Vergewaltigen und Massakrieren“. Ethnische Minderheiten sind die Leidtragenden.

Die Atombombe und den unbesorgten Umgang mit derselben ist genauso Thema wie der Guerilla Krieg.

Er spannt einen großen Bogen um das letzte Jahrhundert.

4/5 Punkten

3. WAS MIR NICHT GEFALLEN HAT:

Ich mag es nicht, wenn die eigene Meinung als Fakt verkauft wird, selbst wenn ich diese Meinung manchmal teile. Eine Meinung hat keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Schon die Alten Griechen haben zwischen δόξα (doxa) und Ἀλήθεια (Wahrheit) entschieden. Leider hat Herr Schöllgen es nicht.

Ich vermisse einen Diskurs, eine Diskussion, oder wenigsten einen kritischen Umgang mit den recherchierten Daten.

Ich denke, das Buch zeigt nicht hundert Jahre Geschichte, sondern die Bewertung des Autors zu den Vorkommnissen der letzten hundert Jahre.

2/5 Punkten

4. FAZIT

Gregor Schöllgen hat eine außerordentliche Rechercheleistung vollbracht. Und ich glaube auch, dass man die Geschichte kennen muss, um Zusammenhänge zu finden und zu verstehen.

Und sicherlich hat der Autor damit Recht, dass der Krieg uns Mittel-Europäer immer näher kommt, wenn nicht sogar schon bei uns angekommen ist. Und gerade deswegen finde ich, wer den Anspruch hat, ein Buch über die hundert letzten Jahre Weltgeschichte zu schreiben, sollte die Neutralität wahren. Oder er möge deutlich kennzeichnen, dass es seine eigene Meinung hierzu sei. Der Leser ist groß genug, sich eine eigene Meinung zu bilden.

Ich danke der DVA für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

Ich vergebe insgesamt 3/5 Punkten.

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