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„Bekenne deine Sünden“ von Thomas Ehrenberger

„Bekenne deine Sünden“ von Thomas Ehrenberger

1. Klappentext

Sarah Spielmann ist noch nicht lang bei der Mordkommission in Wien, als die Profilerin mit ihrem Kollegen Peter Horvath zu einer besonders übel zugerichteten Leiche gerufen wird. Ein Pfarrer wurde brutal gefoltert und ermordet. Scheinbar sollte er zur Rechenschaft gezogen werden, denn schon seit Jahren verging der Kirchenmann sich an kleinen Jungen. Kurz darauf bekennt sich eine Gruppe zu der Tat. Sarah und Peter ahnen noch nicht in welch menschliche Abgründe sie blicken werden und was für ein perfides Spiel die Mörder treiben. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, bei dem auch Sarah mit ihren schlimmsten Albträumen konfrontiert wird.

2. Zum Inhalt

Der Mord an einem pädophilen Pfarrer ist nicht nur der Beginn einer Mordserie, sondern auch eine Hinrichtung. Wer steckt dahinter und welches Ziel hat die Gruppe? Geht es nur darum, Täter zu bestrafen, sie aus der menschlichen Gemeinschaft zu entfernen? Oder ist das nur ein Vorwand und es stecken egoistische Wünsche dahinter?

Das Mitleid mit den Opfern hat sich bei mir in Grenzen gehalten. Auch wenn das politisch nicht korrekt ist. Allerdings hat Ygramul auch keinen Freund in mir gefunden. Die Namensgebung Ygramul fand ich sehr gut getroffen. Viele von uns sind Ygramul schon in der „Unendlichen Geschichte“ begegnet:

Nun erst bemerkte Atréju, was ihm bisher entgangen war: Dieses ganze grausige Geschöpf bestand gar nicht aus einem einzigen, festen Körper, sondern aus unzähligen kleinen stahlblauen Insekten, die wie zornige Hornissen summten und im dichten Schwärm immer neue Gestalten bildeten. – Es war Ygramul, …

Na neugierig? Wer oder was ist Ygramul?

Und woher bezieht Ygramul seine Informationen?

Thomas Ehrenberger lässt die Ereignisse in schneller Abfolge geschehen. Kaum hat der Leser die Umstände des Mordes erfasst, nimmt ihn das Geschehen schon an einen weiteren Tatort mit.

Der Plot gefällt mir hervorragend. Das Tempo reißt einen mit. Ich mag es wenn, es actionreich ist, allerdings ist es nicht ganz geschmeidig rund.

4/5 Punkten

3. Protagonisten

Sarah Spielmann ist eine Ermittlerin mit Ecken und Kanten. Sie ist eine amerikanische Deutsche oder eine deutsche Amerikanerin. Als Polizistin zu hübsch und dann auch noch Psychologiestudium in New York und eine Ausbildung als Profilerin beim FBI in Quantico machen sie bei Kollegen auch nicht beliebter.

Sarah steht voll hinter ihrer Ausbildung. Trotzdem gerät sie wegen eines Mannes in große Gefahr. Das erschien mir etwas unglaubhaft, dass sich Sarah so hat hereinlegen lassen. Das hätte ich mir ein wenig komplizierter gewünscht.

Besondern interessant fand ich die Ausführungen über die amerikanische und die deutsche Polizeiarbeit. Interessant beschrieben. Gute Recherche.

4/5 Punkten

4. Sprachliche Gestaltung

Ich mag den Schreibstil des Autors sehr. die Kapitellänge gefällt mir. Die Perspektivwechsel zwischen Opfer, Täter und Ermittler haben es sehr spannend und dicht gemacht.

Allerdings ist das Lektorat des Midnight Ullstein Verlags in diesem Fall nicht sehr gut gewesen.

4/5 Punkten

5. Cover und äußere Erscheinung

„Bekenne deine Sünden“ von Thomas Ehrenberger hat als E-Buch Text 218 Seiten, und ist am 03.07.2017 unter der ISBN 9783958191211 bei Midnight Ullstein im Genre Krimi und Thriller erschienen.

4/5 Punkten

6. Fazit

Der Plot von „Bekenne deine Sünden“ gefällt mir. Voll Action – ein wenig klischeehaft – eben ein Thriller. Eine Ermittlerin, die eine angeschlagene Vita hat und persönlich betroffen ist.

Thomas Ehrenberger zeigt uns in seinem Debütroman Brutalität, Korruption, gute Polizeiarbeit und dass nicht jeder, der sich als Freund vorstellt, es auch ist.

Ich habe das Buch in zwei Tagen gelesen und es hat richtig Spaß gemacht. Ich fand es durchgehend spannend und bin schon sehr gespannt auf „Blutmoor“, der nächsten Fall von Sarah Spielmann.

Ich fand die Ausführungen über die Reid-Methoden bei Verhören so spannend, dass ich weiter recherchiert habe. Ein faszinierendes Konzept, jedoch manipulativ. Gut, dass es in Europa offiziell nicht angewendet wird. Wer mehr wissen möchte, hier: Das Kriminologie-Lexikon ONLINE

Ich danke Thomas Ehrenberger für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares und die gute Unterhaltung.

Ich vergebe insgesamt 4,3/5 Punkten.

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