Ratte Prinz Interview

Interview mit Annette Paul und Ratte Prinz am 25.Juni 2018

Liebe Annette,

vielen Dank, dass du uns heute ein wenig von dir und deinen Büchern erzählst und wir dich besser kennenlernen dürfen!

Ich freue mich besonders, dass Krisi SZ.-Pöhls noch ein Porträt von Ratte Prinz zum Interview geschickt hat. Diese Ratte ist wirklich königlich!

  1. Vor einigen Monaten habe ich „Ratte Prinz im Weihnachtsbaum“ rezensiert. Eine Ratte könglichen Geblüts, der bei Menschen lebt und fest in die Familie integriert ist.Besonders gut hat mir gefallen, dass du den kleinen Lesern zeigst, dass das normale Leben einer Ratte andere Prioritäten hat, als das Leben von uns Menschen. Es ist ein Aufruf im Sinne von: Wenn du die Welt einmal aus einem fremden Blickpunkt betrachtest, verstehst du vielleicht das Fremde besser.Wie kam es zur Ratte namens Prinz?

 

 

Für mein geplantes Kinderbuch benötigte ich einen Helden oder eine Heldin. Da ich kurz vorher eine Geschichte mit einem Jungen geschrieben hatte, nahm ich diesmal ein Mädchen. 

Natürlich brauchte sie

einen guten Freund. Am besten ein Tier. Kinderbücher mit Hunden, Katzen, Pferden und Vögeln kannte ich. Auf der Suche nach etwas Neuem fiel mir die Tochter einer Bekannten ein. Sie hatte bei einem Fest neben mir gestanden und auf ihrer Schulter und ihrem Arm wuselte eine Ratte herum. Das war’s! Ratten sind klug und gesellig. Außerdem sind sie so klein, dass sie heimlich mitgenommen werden können.

Natürlich musste das Tier besondere Fähigkeiten haben. Es sollte nicht nur zuhören, sondern tatsächlich antworten und gute Ratschläge erteilen können. Also kann die kleine Ratte von Raja sprechen, lesen, rechnen, eben alles, was man in der Schule so braucht. 

Keine normale Ratte beherrscht so etwas, doch Prinz ist keine normale Ratte, sondern ein Mitglied der königlichen Familie der Goldratten. Nach einer alten Vorhersage verwandelt er sich in einen Menschen, wenn er seine Prinzessin findet und sie ihn befreit.

 

  1. Aber du schreibst nicht nur Kinderbücher, sondern auch Unterhaltungsromane, Fantasy und „Tanzromane“?
    Was haben Annette Paul, Aileen o’Grian und Eva Joachimsen gemeinsam?

 

Dass sie schreiben! – Unter dem Namen Annette Paul veröffentliche ich Kindergeschichten und Kürzestgeschichten, Aileen O’Grian ist für Fantasy im weitesten Sinne verantwortlich und Eva Joachimsen für Frauenunterhaltung, zu der auch die Tanzromane (momentan ist es nur einer) gehören.

 

 

 

  1. Band 1 und Band 2 der Rowan Reihe habe ich gerade gelesen und rezensiert! Der kleine Magier hat mich sehr beeindruckt. Rowan verstärkt seine Fähigkeiten mit Gesängen, Heilkräutern und Kenntnissen über die Natur! Ist das ein persönliches Anliegen von dir?
    Könnte der kleine Magier auch ein Druide sein?

 

 

Psychische Aspekte spielen bei der Heilung von Krankheiten eine große Rolle, die in der Schulmedizin leider zu kurz kommt. Ich hoffe, es wird in nicht allzu langer Zukunft ein Umdenken stattfinden.

Ja, Rowan könnte auch ein Druide sein. Die Welt ist mittelalterlich, die Heilkunst eher wie bei den Naturvölkern.

 

 

  1. Planst du deine Romane vor dem Schreiben? Plottest du oder schreibst du einfach los?

 

 

Ich habe sowohl das Plotten als auch das Drauflosschreiben ausprobiert. Bei Kurzgeschichten schreibe ich schon immer einfach drauflos. Langes Plotten liegt mir nicht, da verliere ich schon bei der Vorbereitung die Lust an der Geschichte, außerdem macht das Personal hinterher sowieso das, was es will. Daher mache ich normalerweise nur eine kurze Kapitelübersicht und schreibe dann los.

 

 

 

  1. Wie entwirfst du deine Charaktere?

 

 

Ich habe es einmal mit umfangreichen Charakterbögen versucht, aber das System ist mir zu aufwendig und starr. Manche Dinge entwickeln sich einfach in der Geschichte. Wenn ich an einem vorher festgelegten Charakter klebe, beschneide ich meine Kreativität. Daher halte ich momentan nur wenige Punkte, wie Alter und Äußeres, schüchtern oder mutig u.Ä. fest und schaue, wie es sich weiter entwickelt.

 

 

 

  1. Du schreibst für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Worin unterscheidet sich das „Kinderbuch-Schreiben“ vom Schreiben für Erwachsene?

 

 

 Die Themen sind natürlich unterschiedlich. Die Geschichte eines Osterhasenkindes interessiert wohl kaum einen Erwachsenen und die Irrungen einer Liebesgeschichte sind für Kinder sicher langweilig.

    Für Kinder versuche ich, in einer einfachen Sprache, sowohl bei der Wortwahl, als auch beim Satzbau zu bleiben. Manchmal trenne ich hinterher zu lange Sätze. Ein Nachteil, wenn man für Erwachsene und für Kinder schreibt, ist, dass die Texte für die Erwachsenen dann auch manchmal zu schlicht werden und mich erst der Lektor darauf hinweisen muss.

 

 

  1. Möchtest du uns von deinem nächsten also aktuellem Projekt erzählen? Woran schreibst du?

 

 

„Abels Vermächtnis“, ein Science-Fiction Thriller, liegt gerade bei der Lektorin. Ich hoffe, ihn demnächst veröffentlichen zu können.

Zum Inhalt: 2080 ist Südeuropa unfruchtbar und verarmt, die Frauen verdienen den Lebensunterhalt ihrer Familien, indem sie Embryonen für medizinische Zwecke verkaufen.

Abel, Sohn des Direktors der skrupellosen Pharmafirma, wird als junger Mann nach Spanien geschickt und begreift erst vor Ort das Ausmaß der Ausbeutung.

Außerdem arbeite ich an dem dritten Band der Rowan Reihe, aber dessen Veröffentlichung wird sicher noch dauern.

 

 

  1. Hast du ein schreibendes Vorbild?

 

Der Ausdruck Vorbild trifft es nicht. Die Kinderbücher von Astrid Lindgren und Erich Kästner liebe ich. Bei den Liebesromanen sind es Jane Austen und Georgette Heyer, obwohl sie, im Gegensatz zu mir, Regency Romane geschrieben haben.

 

 

 

  1. Was liest du selbst gerne?

 

 

Alles Mögliche, meine Vorlieben wechseln nach einer Weile. In letzter Zeit habe ich Patricia Koelle, Petra Durst-Benning und Sabine Ebert für mich entdeckt. Früher waren es einmal Krimis, davor humorvolle Romane.

 

 

 

  1. Findest du, dass Schriftsteller einen gesellschaftlichen Auftrag haben, wenn ja, welche Botschaft möchtest du weitergeben?

 

Schriftsteller sollten in erster Linie unterhalten. Ich finde, das ist schon anspruchsvoll genug. Habe ich einen übergreifenden gesellschaftlichen Auftrag? Ich glaube nicht. Trotzdem gibt es in vielen Geschichten eine Botschaft. Bei den Kinderbüchern mit „Ratte Prinz“ und „Rapunzel“ geht es um Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt. Bei „Immer diese Menschen“ um den Umgang mit Haustieren. Aber die wichtigste Aufgabe eines Kinderbuchschriftstellers ist, die Begeisterung fürs Lesen zu wecken.

Bei „Abel“ geht es um den Klimawandel und dessen Folgen, vermischt mit Stammzellentherapien. Wie wird unsere Welt in ein paar Jahrzehnten aussehen?

Der Magier Rowan wächst heran und lernt Verantwortung zu übernehmen und seine Bestimmung zu akzeptieren. Auch hier spielt Freundschaft und Zusammenhalt eine große Rolle.

 

 

 

  1. Das waren meine Fragen. Möchtest Du noch einige Worte an deine Leserschaft richten?

 

Ich hoffe, mit meinen Büchern zu unterhalten und Freude zu bereiten. Um mich schriftstellerisch weiter zu entwickeln, hilft mir die Rückmeldung von Lesern. Und natürlich freue ich mich über Rezensionen.

 

 

 Vielen Dank liebe Annette, für deine Bereitschaft Connies Schreibblogg, einige Fragen zu beantworten.

Ich würde mich freuen, wenn du uns demnächst dein neues Buch, „Abels Vermächtnis“, vorstellen würdest und freue mich heute schon darauf. 

 

Rezensionen

Ratte Prinz im Weihnachtsbaum von Annette Paul

Rowan  – Kampf gegen die Drachen  von Aileen O’Grian

Rowan – Verteidigung der Felsenburg  von Aileen O’Grian

 

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