„15 Tage“ von Rosemarie Benke-Bursian, Veronika Otto, Jonas Höbenreich

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Rezension „15 Tage“ von Rosemarie Benke-Bursian, Veronika Otto, Jonas Höbenreich

2. Zum Inhalt

Ich wurde durch einen Tweet auf das Buch aufmerksam. Ich fand es toll, dass dieses Buch in der Schreibwerkstatt von Rosemarie Benke-Bursian und mit der Zusammenarbeit zweier Jugendlicher, Veronika Otto und Jonas Höbenreich, entstand. Näheres dazu könnt ihr in der Buchvorstellung lesen.

Meine Erwartungen waren zum einen Teil sehr hoch und ich war gespannt, wie das Resultat dieser Zusammenarbeit aussieht.

Das Buch zeigt authentische Polizeiarbeit. Der Leser begleitet die zwei Ermittler Abby und Georg bei ihrer täglichen Arbeit. Zuerst dachte ich, das könne langweilig werden, wurde aber eines Besseren belehrt. Es wurde spannend, aus den Gesprächen, die relevanten Informationen herauszufiltern und ich überlegte, wie sich das ermittelte Puzzleteil ins Ganze fügen könnte. Es ist, wie eine Schnitzeljagd.

Es wird deutlich, wie viel Profilertätigkeit tatsächlich hinter einem gelösten Kriminalfall steckt. Und wie viele Menschen damit beschäftigt sind.

Der Kriminalfall spielt in Tutzing. Der Leser spürt, das ist wirkliche Polizeiarbeit und hat nichts mit einem Hollywood Krimi gemeinsam. Es gibt keine rasanten Verfolgungsjagden und das CSI kann keine Staubkörner interviewen.

Dieses Buch ist für Leser, die gerne mit ermitteln. Leser, die einen authentischen Fall bevorzugen und den Verdächtigen auf der Spur bleiben, um den Mörder zu finden. Es ist, wie die Arbeit an einem Puzzle mit 5 000 Teilen.

5/5 Punkten

3. Protagonisten

Leo, der verschwundene Jugendliche, steht im Focus. Das Bild, dass der Leser von Leo hat, verändert sich bzw. vervollständigt sich kontinuierlich. Aber nicht alle Teile fügen sich harmonisch ein.

Georg Sandner der Leiter des SEKs, ist ein aufgeschlossener Ermittler, der in Trennung lebt und der versucht, sein Privatleben nicht in die Ermittlung einfließen zu lassen.

Abbygail Smith ist seine Kollegin, deren größte Leidenschaft Marshmallows sind. Die Zusammenarbeit von Georg und Abby wird anschaulich beschrieben. Daraus wird im weiteren Verlauf eine Sondereinheit, die hervorragende Teamarbeit leistet.

Die Charaktere sind gut gezeichnet, wirken natürlich und man hat schnell das Gefühl, die Personen zu kennen.

4/5 Punkten

4. Sprachliche Gestaltung

Es fällt nicht auf, dass es drei Autoren sind. Es ist lebendig geschrieben. Aus dem Geschehen entwickeln sich Fragen, die nicht nur die Ermittler, sondern auch der Leser beantwortet haben möchten.

In der Mitte war mir der  Text zeitweilig zu ausschweifend. Das legt sich aber schnell, durch die aufkommende Spannung.

Die Kapitelaufteilung, die einem Tagebuch, ab Leos Verschwinden, gleichkommt fand ich sehr gut. Daran kann man tatsächlich sehen, wie umfangreich Ermittlungsarbeit ist und wie viele Menschen dazu benötigt werden.

Georgs Notizen zum Fall sind toll. Der Leser bekommt nochmals sämtlich Ermittlungserfolge bzw. Bausteine gezeigt und wird immer wieder zur Mitarbeit motiviert.

4/5 Punkten

5. Cover und äußere Erscheinung

„15 Tage“ von Rosemarie Benke-Bursian Webseite, Jonas Höbenreich und Veronika Otto hat 560 Seiten, einen festen Einband und ist am 23.02.2018 unter der ISBN 9783946406204 bei Smart & Nett im Genre Krimi und Thriller erschienen.

Ich freue mich immer sehr, wenn das Buch ein Lesebändchen hat.

Das Cover finde ich beängstigend. Die dunkle Silhouette des Mannes. Das passt natürlich gut zum Inhalt. Die Silhouette steht im Nebel. Man kann nichts wirklich erkennen.

Rosemarie Benke-Bursian erklärte mir dazu, dass die Silhoutte eines 15jährigen Jungen fotografiert wurde. Ganz stilecht vor dem Starnberger See mit den Bergen im Hintergrund übrigens.

Weiterführende Links auf Rosemarie Benke-Bursians Webseite. Dort findet ihr Lesungstermine zum Krimi „15 Tage“ in 2018

4/5 Punkten

6. Fazit

Ich war erstaunt, wie sehr mich Leos Schicksal emotional gefangen nahm. Durch die minutiöse Darstellung des Falls und der Lösung, kommt man Leo sehr nahe. Vielleicht liegt es daran, dass hier ganz normale Menschen als Protagonisten mitwirken und es so realistisch wirkt.

Am Ende des Buches findet der Leser auch die Entstehungsgeschichte des Buches, Links zu Örtlichkeiten in Tutzing und Starnberg, die im Buch eine Rolle spielen, sowie eine Auflistung der erwähnten Musiktitel. Das gefällt mir gut! Dann kann man sich noch besser hineinversetzen. Lesen ist für mich immer auch eine Phantasiereise!

Meine einzige Kritik ist, dass es zwischendurch etwas ausschweifte und dadurch langatmig wurde. Ansonsten war ich sehr angetan von diesem Krimi ohne Special Effects, den ich als sehr realitätsnah empfand.

Ich vergebe insgesamt 4,3/5 Punkten.

Connies Schreibblogg – Bücherblog Krimi

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