phönixkönigin

„Die Phönixkönigin“ von Oliver Kettiger

Die ewige Liebe zur Phönixkönigin …

1. Klappentext

Für den Veteranen Haltja, der mit seiner Ziehtochter Raja in den Ebenen der verlorenen Herden lebt, ist der Hof der Phönixkönigin weit entfernt. Eine Halbgöttin in Gestalt einer riesigen Hyäne hat eine Spur aufgenommen und zerstört das ruhige Leben des ehemaligen Grenzwächters, denn sie müssen vor Tukanga und ihrem Rudel fliehen. Tukanga selbst verfolgt ihre eigenen Pläne, wie alle Halbgötter, doch wenn ihr Vorhaben gelingt, wir sie Königin über ihre Schwestern und Brüder sein und sogar die Drachen würden dies respektieren müssen. Sie würde mit der ewigen Phönixkönigin auf einer Stufe stehen.

Die Stäbe sind gefallen, sie zeigen die Symbole Südwind und Flamme. Diese bringen große Veränderungen mit sich.

2. Zum Inhalt

„Seelenwanderer hielten sich nicht an die Gesetze der Menschen, waren sie doch die Urahnen aller Tiere, die jeweils Ersten ihrer Art. Laut der Legende hatten die Seelen Wanderer erkannt, dass mit dem Menschen ein höheres Wesen geschaffen worden war, geschaffen vom großen Schöpfer, um über die Welt zu herrschen. Den Menschen gab er nur ihre Körper aus Fleisch und die Gsabe ihres Verstandes und der Schöpfer befahl den Seelenwanderers, die junge Rasse zu untersützen und über sie zu wachen.“ S. 304

Ein vielversprechendes Setting ist das antike Königreich Kassandra, das von Oliver Kettiger sehr detailliert beschrieben wird. Gleich im Prolog zeigt er uns, mit wem wir es zu tun haben. Wesen, Seelenwanderer bzw. Halbgötter spielen mit den Menschen Schach. Sie alle suchen ein junges Mädchen. Aber das Mädchen wird von einer alten Macht beschützt. Oder beobachtet! Wer oder noch interessanter, was macht sie so wichtig? Die Menschen haben wenig Bedeutung. Bei Zuwiderhandlungen werden sie versklavt.

Wer ist die Phönixkönigin? Keiner an ihrem Hof hat sie die letzten Jahre gesehen. Lebt sie überhaupt noch? Gehört sie, wie die Seelenwanderer, Drachen und Chimären zu den Halbgöttern? Der mythologische Phönix geht unter, um aus seiner Asche glänzender und imposanter wieder aufzuerstehen.

Es ist die Geschichte einer unbarmherzigen Welt. Der Einzelne folgt seiner Bestimmung, die schon immer fest stand und der er sich nicht entziehen kann.

Oliver Kettiger erzählt uns auch die Geschichte einer großen tragischen Liebe. Die ewige Wiederkehr des Gleichen. Oder im Sinne Oliver Kettiger’s Widmung, der Worte Vergil’s „Omnia Vincit Amor“, das zum Motto der Ritter und Minnesänger im späten Mittelalter wurde.

4/5 Punkten

3. Protagonisten

Haltja ist der Ziehvater Raja’s. Ein ehemaliger Grenzwächter. Er hat sie gerettet, weil er erkannte, dass sie etwas Besonderes war. Er fühlt sich für sie verantwortlich.

Raja ist zu Beginn ein junges Mädchen, das sich sehr schnell entwickelt und zur Frau wird. Sie hat eine enge Bindung zu Iskya ihrer Flugkatze. Ein zauberhafter Einfall, eine Flugkatze aufs Papier zu bannen. Ich hätte mir gewünscht, mehr von Rajas charakterlicher Entwicklung mit allen Höhen und Tiefen zu erfahren.

Valeno ist ein merkwürdiger Charakter und ist für manche Überraschung gut. Aber das ist jeder der Protagonisten. Sie entwickeln sich oder outen ihre wahre Gesinnung.

4/5 Punkten

4. Sprachliche Gestaltung

Das Buch ging durch ein hervorragendes Lektorat. Die Kapitel sind relativ lang, aber flott zu lesen. Ich freue mich immer, wenn der Autor eine Landkarte ins Buch legt. Richtig gut finde ich das Namensregister auf den letzten Seiten, wo nicht nur die Personen, Völker, Titel, Tiere und Pflanzen und noch einiges mehr gelistet werden. Dadurch hat man sofort wieder die Orientierung.

4/5 Punkten

5. Cover und äußere Erscheinung

„Die Phönixkönigin“ von Oliver Kettiger hat 445 Seiten, einen festen Einband und ist 2016 unter der ISBN 9783033059047 als limitierte und Illustrierte Ausgabe veröffentlicht worden.

Das Buch ist nur über Oliver Kettiger und die auf seiner Seite angegebenen Händler zu beziehen.

Das Cover zeigt einen Palast oder eine Brücke, die im Wasser steht. Aus den Fenstern dieses imposanten Gebäudes sind hell erleuchtet. Wie ein Palast! Der Phönixhof? Der Hintergrund ist lila- und Fliederfarben.

Die Innenillustration ist von Oliver Kettiger. Zwischen den Kapiteln sind Zeichnungen, die in die Atmosphäre passen.l

5/5 Punkten

6. Fazit

Schon bei der Leseprobe hab ich mich in die fliegende Katze Iskya verliebt. Der Autor hat mehrere nette Wesen aus seinem Weltenbaukasten gezogen.

Oliver Kettiger hat eine Atmosphäre geschaffen, die ein wenig dunkel, hoffnungslos, brutal und gewalttätig ist. Auch das Unausweichliche ist geradezu körperlich zu spüren. Die Ergebenheit in ein vorbestimmtes Schicksal kommt gut rüber.

Zwischendurch fand ich es ein wenig langatmig, aber das war schnell vorüber und die Spannung, das Geschehen zu entwirren, war hoch.

@Oliver Kettiger
Vielen Dank für das schöne Rezensionsexemplar!

Ich vergebe insgesamt 4,3/5 Punkten.

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