Andrea Lumina Redaktionsdienst

Interview mit Andrea Lumina am 6.Juli 2018

Wenn sich zwei Blogger zum Interview treffen:

 

Letzten Freitag traf ich mich mit Andrea Lumina vom Redaktionsdienst. Mit von Stolz geschwellter Brust und meinem Ehemann als Verstärkung betrat ich die Arena. Schliessllich sollte ich interviewt werden.

 

Zuvor hatte ich natürlich auch über meinen Interviewer recherchiert. Andrea Lumina macht einzelne Stories in unterschiedlichen Städten. Vor kurzem hat sie Alexander Gerst interviewt, war bei der Frankfurter Polizei und hat über das beste Frankfurter Eis berichtet. Wen würde ich treffen? Ich war neugierig! Ich wurde mit einem faszinierenden Gedankenaustausch belohnt. Zwei Bloggerinnen treffen sich? Wer interviewt wen?

An diesem Abend spielte das keine Rolle, weil wir beide schnell merkten, das Gespräch macht Spaß. Wir waren die letzten Gäste beim Italiener und es wird bestimmt nicht das letzte Treffen sein.

Andrea – Andrea Lumina – eine tiefsinnige Frau, die weiß woraus Leben sich zusammensetzt.

Ich hole mir für meine Rezensionen, Informationen und Rechcherchematerial aus anderen Büchern, Verlagen, Autoren und Internet. Nicht so Andrea!

 

Andrea geht der Sache wirklich auf den Grund. Andrea berichtet über Dinge aus dem Alltag, aus dem Internet und wenn es sein muss, auch aus der Kanalisation. Sie liest keine Bücher darüber – sondern begibt sich selbst dort hin.

 

Und plötzlich wird aus dem Alltäglichen das Besondere. Aus diesem Grund möchte ich meinen Lesern heute Andrea selbst mittels einer kleinen Befragung zu Wort kommen lassen und ihren Blog vorstellen:

 

Liebe Andrea, Beschreibe uns doch einmal mit eigenen Worten deinen etwas anderen Blog!

 

Mein Blog ist ein Redaktionsdienst für Journaliste/innen als Quelle der Inspiration oder auch zur Übernahme meiner Texte – kostenlos. Meine Geschichten entstehen aus meiner Neugierde heraus. Ich durchquere die Welt und frage mich ständig, wieso dies, wieso das? Es geht mir bei meinen Porträts und Berichten um die Menschen dahinter. Wenn ich mit Kanalarbeitern oder mit den Leuten von der Müllabfuhr mitgehe bzw mitfahre, dann finde ich die Menschen dahinter extrem spannend. Zu vielen Bereichen fehlt uns ja der Zugang. Zum Beispiel Alexander Gerst. Am Anfang unseres Gesprächs hatte er nur PR Sätze von sich gegeben. Ziemlich langweilig. 20 Minuten waren mir für das Gespräch mit ihm zugeteilt. Nach diesen 20 Minuten habe ich freundlich darauf hingewiesen, dass ich diese Infos auch aus dem Internet hätte bekommen können. Dazu hätte ich nicht zur ESA nach Köln reisen müssen. Ich war irgendwie sauer. Ob er nicht mal normal sprechen könne? Dann lachte er, taute auf und erzählte 1,5 Stunden von seiner Ausbildung und wie alles begann. Dann wurde er interessant. So gehe ich an jede Geschichte. Ich möchte das Wesen der Menschen dahinter vorstellen. Nebenbei bin ich Sterbebegleiterin. Ich möchte auch allen Verstorbenen, die ich begleitet habe, in meiner Kategorie „my life 🙂 „ ein Andenken setzen.

 

 

Warum benennst du deine Beiträge nach den Städten?

 

 

Der Platz für die Headlines bei Blogs ist sehr begrenzt. Ich habe lange rumprobiert, wie die Headline griffig sein könnte. Irgendwann hatte mich ein online Frankfurt-Magazin in seine Empfehlungen aufgenommen. Das war die Geschichte über das Eiskaffee. Und dann dachte ich, ja genau, es sind auch die Städte, mit denen sich Leser identifizieren können. So kam mir die Idee dazu. Aber das kann morgen wieder anders sein. Ich halte es eher flexibel.

 

 

Auf deinem Blog findet man die Rubrik „Karin Unkrig“. Magst du uns etwas über Karin Unkrig erzählen?

Karin Unkrig [01]

 

 

Auf die Texte von Karin Unkrig bin ich zufällig gestoßen. Wenn mir literarische Texte gefallen, dann frage ich bei den Autor/innen an, ob ich sie veröffentlichen dürfe. Das ganze aber kostenlos, weil ich selber nichts mit meinem Blog verdienen möchte. Karin Unkrig war bereit dazu, wie alle anderen Autorinnen und Autoren auch, die ich aufgenommen habe. Und wenn es sich um Fortsetzungsgeschichten handelt, umso besser. Denn so haben wir alle viel mehr davon. Mein Fokus liegt aber auf den journalistischen Texten. Ich habe auch eine Rubrik Buchempfehlungen, doch die gefällt mir nicht mehr. 

 

 

Welches war für dich die Arbeit bzw. der Beitrag/Porträt/Interview, das dich am meisten beeindruckt hat?

 

Das ist eine Geschichte, an der ich gerade arbeite. Es ist die Geschichte von einem Analysten, der seinen Job aufgab, um dem Leben mit dem Herzen zu begegnen. Ein ganz normaler Typ, der irgendwann die Nase von allem voll hatte. Mich hat beeindruckt, wie mutig er war und mit welch vollkommenem Vertrauen er sein Leben jetzt lebt. Das hat mich sehr beeindruckt und ich hoffe, seinen Weg durch meinen Bericht über ihn, noch viel viel mehr Menschen vorstellen zu können. Nicht um Nachahmer zu werden, sondern um sich einfach nur von seiner poetischen Reise berühren zu lassen, um schlussendlich dem Sinn des eigenen Lebens auf die Spur zu kommen. Er war im Hamsterrad eines stink normalen Büroalltags in einer Unternehmesberatung. Und er hat erkannt, dass jeder dieselben Sorgen und Ängste vorm Loslassen hat, um anzukommen, wohin das Herz will.   

 

 

Möchtest du uns von deinem nächsten also aktuellem Projekt erzählen? Woran schreibst du?

 

 

Ich schreibe parallel an vielen Geschichten. Ich porträtiere ein Kloster, einen Bierbrauern, einen Schäfer, und ich habe mich gefragt, wie es um den Mars bestellt ist. Dazu habe ich Professor Jaumann kürzlich befragt, den Leiter für Planetengeologie am Institut für Planetenforschung vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Auf ihn war ich irgendwann mal durchs TV aufmerksam geworden. Interessant seine Aussagen über Außerirdische! Desweiteren bin ich nach wie vor am Thema Ehrlichkeit dran und warte noch auf die Freigabe eines Interviews von der hessischen Justizministerin. Ständig kommen neue Geschichten in meinen Kopf, von denen ich mir vorstelle, dass sie nicht nur mich interessieren. 

 

 

Hast du ein schreibendes Vorbild?

 

 

Nein, ich versuche, von Vorbildern im Allgemeinen Abstand zu halten. Nachhamen wirkt künstlich.

 

 

Was liest du selbst gerne?

 

 

Bei einem Buch kommt es mir auf die Sprache an: Wortwitz, Ironie, Sarkasmus, Tiefe im Ausdruck. Einfaches facettenreich beschrieben und Facettenreiches auch mal einfach dargestellt – dann mag ich Literatur oder andere Textsorten. Wenn ein Buch eine für mich perfekte Sprache hat, dann ist mir das Thema egal. Es sollte aber nicht ordinär und unflätig werden. Das mag ich nicht. Auch nicht auf meinem Blog. Ich mag die italienischen und japanischen Klassiker ausgesprochen gerne!  

 

 

Findest du, dass Schriftsteller oder auch Blogger einen gesellschaftlichen Auftrag haben, wenn ja, welche Botschaft möchtest du weitergeben?

 

 

Kann sein, dass das so ist. Ich nehme das für mich jedoch nicht in Anspruch. Ich möchte nur gerne auf Sachen aufmerksam machen, die andere Menschen so tun. Wenn es andere gibt, die das interessiert, freut mich das. Und das reicht mir schon. Ich persönlich fühle keinen gesellschaftlichen Großauftrag in mir.

 

 

Das waren meine Fragen. Möchtest Du noch einige Worte an deine Leserschaft richten?

 

Ich möchte mich bei meinen Leserinnen und Lesern für Ihr Interesse bedanken. Damit hatte ich, als ich mit dem Blog online ging, gar nicht gerechnet. Und ich bin um jede weitere Idee dankbar, die ich porträtieren könnte. Am 15. September ist der Tag des Punktes. Wer Ideen hat, gerne melden.

 

Vielen Dank liebe Andrea, für deine Bereitschaft Connies Schreibblogg, einige Fragen zu beantworten.

 

 

Einige Artikel von Andrea Lumina

Wiesbaden Story – Schreibblogg.de

 

Berlin Story – Klöster

Alexander Gerst – Interview

 

Und noch vieles, vieles mehr gibt es auf dem Blog: https://www.andrealumina.com/

 

 

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