Wir sagen uns Dunkles von Helmut Boettiger

„Wir sagen uns Dunkles“ von Helmut Böttiger

Wir sagen uns Dunkles Book Cover Wir sagen uns Dunkles
Helmut Böttiger
Biografien
DVA
28.08.2017
Fester Einband
250

1. Klappentext

Die Geschichte einer unmöglichen Liebe. Es ist eine Liebesgeschichte, um die sich viele Legenden ranken: Ingeborg Bachmann und Paul Celan lernten sich als junge, noch unbekannte Lyriker im Frühling 1948 kennen, und ihre Beziehung, die immer wieder von Phasen des Rückzugs gezeichnet war, dauerte bis Anfang der Sechzigerjahre, als beide schon längst zu den bedeutendsten Dichtern der deutschen Nachkriegszeit zählten. Kaum jemand wusste von der Nähe der beiden, und sie hielten es auch in der Tat nie lange miteinander aus – zu unvereinbar der biografische Hintergrund, zu groß die gegenseitig zugefügten Verletzungen, zu sehr hatten sie ihr Leben der Dichtung verschrieben. Der vielfach ausgezeichnete Kritiker Helmut Böttiger legt die bislang erste umfassende Darstellung der Beziehung Bachmanns und Celans vor. Eine faszinierende psychologische Studie zweier herausragender Dichter, die gemeinsam um Worte rangen, einander brauchten und doch nicht miteinander leben konnten.

„Wir sagen uns Dunkles“ von Helmut Böttiger

 

2. Zum Inhalt

Helmut Böttiger zeigt uns eine Beziehung, die gepflastert mit Stolpersteinen war.

Im Focus steht die Zeile „Wir sagen uns Dunkles“ aus „Corona“

Beide waren bedeutende Lyriker der Nachkriegszeit. Leo Antschel (ein rumänischer Name wird mit c geschrieben. Anagramm von Celan.) und Ingeborg Bachmann waren sehr unterschiedlich. Bachmann galt als eine nach außen gerichtete Person, die sich immer wieder neu erfindet und wahrscheinlich keiner der übernommenen Rollen entspricht. Allerdings könnte man ihr Liebesleben als chaotisch oder durcheinander bezeichnen.

Ihre Gemeinsamkeit waren sechs Wochen Liebesreigen.

Celans Gedichte zeigen dir seine Trauer und elegisch das Verzichten müssen.

Lyrik wird zur Sprache und zum Spielzeug.

Ihre Bezugsgröße ist Wien.
Der Kommunismus erscheint als utopisches Ideal – eine Leitvorstellung. Celan sang Revolutionslieder mit.
Seine Freunde betrachteten ihn als Mimose, als Narziß, unduldsam ja geradezu hochmütig.
Die Nacht, in der Celans Eltern verhaftet wurden, verbrachte dieser bei einem Mädchen. Diese „Schuld, überlebt zu haben“ wird ihn sein ganzes Leben begleiten. Er selbst war 1 1/2 Jahre lang ein Zwangsarbeiter.

Zuvor hatte er ein Studium Romanistik, Russisch und Anglistik angefangen.

Sein Sprachtalent war außerordentlich. Englisch, russisch, rumänisch und französisch.

Sein wohl berühmtestes Gedicht ist die Todesfuge. 

You Tube Schwarze Milch der Frühe,

„Ich nehme die Frauen wie Zigaretten, die ich Ausrauche und wegwerfe.“

Auch dieses Zitat ist von Paul Celan 

Ich habe „Die Todesfuge“, „Corona“, „Die gestundete Zeit“, ein Filmbericht über Ingeborg Bachmann und Trailers „Die Geträumten“ zusammengestellt. 

Paul Celan liest selbst aus „Corona“. „Die gestundete Zeit“ wird von Katharina Thalbach gelesen.

 

Ich habe mir den Film von Suhrkamp gekauft und war enttäuscht. Gedichte werden gelesen und wir hören die Gedanken der Sprecher dazu. Es hat mich überhaupt nicht angesprochen. Die Atmosphäre war mir zu clean.

Gleichzeitig bekommt der Leser ein Porträt der Gruppe 47 und die gespannte Atmosphäre zwischen Celan, Bachmann und der Gruppe.

Termine der Lesung

 

5/5 Punkten

3. Sprachliche Gestaltung

Helmut Böttiger nimmt kapitelweise Bachmann und Celan in den Focus. Aber daraus entstehen letztendliche nicht nur die Biographien zweier Menschen, sondern Böttiger zeigt uns ein verworrenes und komplexes Beziehungsgeflecht.

Zwei Alphatiere, die zugleich Mimosen sind und denen Normalität und Mittelmäßigkeit ein Gräuel sind, finden keine beständige Brücke zueinander. Ihre Welt ist die Lyrik und nicht die Banalität des Alltags.

5/5 Punkten

4. Cover und äußere Erscheinung

„Wir sagen uns Dunkles“ von Helmut Böttiger hat 250 Seiten, einen festen Einband und ist am 28.08.2017 unter der ISBN 9783421046314 bei DVA im Genre Biografien erschienen und kostet 22 €.

Auf dem Cover sind Fotografien von Ingeborg Bachmann und Paul Celan.

Das Buch ist auch im Scoobe Katalog enthalten.

5/5 Punkten

5. Fazit

Ich freue mich sehr, Ingeborg Bachmann und Paul Celan näher kennengelernt zu haben. Es hat mich bewegt, Ingeborg Bachmann und Paul Celan, und ihr Gedichte wie „Corona“ und „Gestundete Zeit“ vortragen zu lassen, durch das Wissen, dass die beiden nicht nur Absender sonder auch Adressaten sind.

Helmut Böttiger ist es gelungen, den Leser die Emotionen fühlen zu lassen und ihm die Leidenschaft, ja die Abhängigkeit voreinander, aufzuzeigen.

@Randomhouse und @dva
Vielen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Ich vergebe insgesamt 5/5 Punkten.

Connie’s Schreibblogg https://schreibblogg.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.