Eine Behandlungsmethode, die Gefahren birgt

Ist es möglich Komapatienten in ihren Träumen zu besuchen, Kontakt aufzunehmen und letztendlich sie sogar zu wecken? Isa begibt sich in dieses Abenteuer, um ihren Vater zurückzuholen.

Worum geht es in „Projekt Dreamwalker“?

Der Band „Projekt Dreamwalker – Die Schatten“ ist der erste Teil der Dreamwalker Trilogie von Christoph Zachariae. Einige Leser kennen den Autor vielleicht schon aus der „Ödland Reihe“, „Dark Side Park“ oder „Dunkle Träume“.

Das „Projekt Dreamwalker“ ist eine von Dr. Lem an der Charité entwickelte Behandlungsmethode, bei der versucht wird, mit dem träumenden Patienten, Kontakt aufzunehmen. Der Therapeut betritt den Traum des Patienten.

Projekt Dreamwalker - Die Schatten - Christoph Zachariae (Rezension)

Aber im vorliegenden Roman ist nicht Dr. Lem die eigentliche Hauptfigur, sondern seine Tochter Isabella (kurz Isa genannt). Ihr Vater hat sie in das Projekt Dreamwalker einbezogen, weil sie, genau wie er selbst, eine Klarträumerin ist. Im Traum gelingt ihr das, wozu sie im Leben nicht imstande ist.

Im Traum ist Isa frei und unbeschwert. Sie kann Emotionen anderer annehmen, aushalten und adäquat darauf reagieren. Durch das gemeinsame „Träumen“ ist die Beziehung zwischen Vater und Tochter sehr eng.

Als Dr. Lem durch einen Verkehrsunfall ins Koma fällt, wird Isa zur Heldin. Sie lässt sich auf die Herausforderung ein, den Traum ihres Vaters zu finden und ihn aus dem Koma aufzuwecken.

Projekt Dreamwalker - Die Schatten - Christoph Zachariae (Rezension)

Die Charaktere im „Projekt Dreamwalker“

Die Protagonistin Isabella ist eine hochsensible junge Frau, die es liebt zu zeichnen. Besonders Insekten sind ihre bevorzugten Motive. Es fällt ihr schwer, mit ihrer Umgebung zu kommunizieren. Das gelingt nur mit ihrem Vater, der sich dabei ganz auf sie einlässt. Laute Geräusche oder zu viel Nähe sind für sie fast unüberwindbare Schranken.

Christoph Zachariae zeichnet Isabellas Charakter einfühlsam mit allen ihren Ecken und Kanten. Beim Lesen konnte ich nachempfinden, was es für Isabella bedeutet, und welches Wagnis es ist, den Traum ihres Vaters zu suchen und ihn daraus zu wecken.

Es ist einer „Coming Age“ Geschichte mit fantastischen Momenten ähnlich! Es ist aber auch die Geschichte eines Mädchens, für die Anforderungen des Alltags eine Herausforderung sind.

Erzählstil „Projekt Dreamwalker“

Der Autor wechselt die Perspektiven zwischen Isabella und ihrem Vater. Die Traumsequenzen zeigen deutlich, dass Naturgesetze dafür nicht gelten. Die Orte wechseln und Figuren verschwimmen.

Ich litt mit Isa mit, empfand die Gefahr und fühlte ihre Angst und den Mut, diese Angst zu besiegen.

Projekt Dreamwalker - Die Schatten - Christoph Zachariae (Rezension)

Das Buch ist Teil des Kindle Unlimited Katalogs. Leider gibt es noch kein Hörbuch dazu.

Fazit/Kritik „Projekt Dreamwalker“

Wir alle haben Augenblicke, in denen uns die sozialen Medien mit ihrer Dominanz und dem Gefühl, ihnen nicht entgehen zu können, belasten. Christoph Zachariae zeigt uns an Isabella glaubhaft, wie es sein könnte, wenn dieses Gefühl nicht nur ab und zu mal angeschwebt kommt, sondern es zur Persönlichkeit gehört und sich nicht abstellen lässt.

Als Leserin konnte ich mich gut in Isabella hineinversetzen. Isa empfindet die Gefühle, kann sie aber nicht wirklich lesen, einordnen und damit umgehen, außer im Traum. In ihren Träumen ist sie ein ganz „normales“ Mädchen.

Der Roman gefällt mir sehr gut. Das Zusammenwirken der Charaktere ist nachvollziehbar und wirkt authentisch.

Die Traumsequenzen sind das eigentliche Fantasyelement. Christoph Zachariae gelingt es, die Träume anschaulich darzustellen, ohne dass es kitschig oder horrormäßig wirkt, und man trotzdem die Gefahr darin spürt.

Die Idee, damit Menschen, die ins Koma gefallen sind, damit wieder ins Bewusstsein zu holen, ist eine schöne Theorie. Dennoch bin ich mir nicht sicher, ob ich so einen intimen Augenblick, wie den eigenen Traum, mit einem Fremden teilen möchte. Es müsste genau wie wiederbelebende Maßnahmen im Patiententestament verankert werden. Vielleicht sind wir tatsächlich eines Tages dazu in der Lage.

Das Buch hat mich gefesselt und ich bin gespannt, wie es im zweiten Band weiter geht.

Ich freue mich sehr, dass Christoph Zachariae mich auf das Buch aufmerksam machte und mir ein Rezensionsexemplar zukommen ließ. Herzlichen Dank!

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Connie Ruoff

Mein Name ist Connie Ruoff, ich bin 1960 geboren, habe Philosophie und Germanistik studiert. Damit mir zu Hause nicht langweilig wird, studiere ich"Bloggen professionell gemacht" in der Fernakademie. Ich lese alles, was ich finden kann.

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