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Ingrid Noll liest aus „Goldschatz“

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Ingrid Noll stellt ihr Buch „Goldschatz“ vor

Wir waren am 13. April 2019, eine Stunde vor der Lesung, im Kleinen Haus des Staatstheaters Mainz, das zusammen mit SWR2, die Veranstaltung – Ingrid Noll liest aus „Goldschatz“ – ausrichtete, und wurden gleich belohnt. Kurz nach uns kam die Autorin ins Foyer, zum Tisch der Büchergilde Mainz, und setzte sich entspannt dazu. Ich habe Frau Noll sofort erkannt. Erst vor kurzem hatte ich die Reportage „Die mörderische Welt der Ingrid Noll“ über die Autorin und den Diogenes Verlag gesehen.

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Das Buch nicht vergessen!

Gut gelaunt signierte sie die Bücher ihrer Fans. Ja! So habe ich mir die großartige Autorin vorgestellt. Genau so kommt sie auch in mehreren Filmen meiner Playlist rüber. Absolut authentisch! Genauso mag sie der/die Leser*in. Ingrid Noll ist 100 % Ingrid Noll. Eine Autorin, die nie gute Menschen sterben lässt. Eine Autorin, die Frauen nie zu Opfern, sondern zu Akteuren macht. Auch Kindern geschieht nie etwas Böses. Ihr Humor ist fein, aber, wenn nötig B I S S I G , ein wenig schnippisch und nicht frei von Ironie, ja manchmal hört man sogar, Sarkasmus flüstern.

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und sie signiert noch immer …

Gerade noch am Signiertisch, war sie Minuten später auf der Bühne und begeisterte das Publikum. Ab der ersten Minute zog sie die Zuschauer, durch ihre schlagfertigen Antworten, in Bann. Der Moderator Alexander Wasner tat mir ein wenig leid, er war der Autorin einfach nicht gewachsen. Als er ihr dann auch noch erzählte, dass die Protagonistin Trixi ihm richtig unsympathisch wahr, wurde ihre Zunge noch scharfzüngiger. Alexander Wasner nahm es mit Humor. Sehr sympathisch! Wer wäre Ingrid Noll schon gewachsen? Ich wünsche mir, ich möge im Alter von über achtzig Jahren, diese Ausstrahlung, Präsenz und Eloquenz von Ingrid Noll haben!

Frau Noll, Sie machen Mut für’s Alter!

„Mich interessieren schon Leute mit einer kleinen Macke, das muss ich zugeben.“

Ingrid Noll erzählte mit feiner Selbstironie, wie und warum sie erst so spät zum Schreiben kam. Als Mutter von drei Kindern, die gleichzeitig in der Arztpraxis des Mannes mitarbeitete, fehlte ihr dafür die Zeit. Aber vor allem fehlte ihr ein eigenes Zimmer.

Als dann Zimmer und Zeit vorhanden waren, versuchte sie sich:

„Wie viele Frauen in den Wechseljahren versuchte ich dann Aquarellmalerei und diverse Volkshochschulkurse …“

Als der Moderator sagte, dass er völlig überrascht vom Ausdruck „Skinny Bitch“ gewesen sei, erklärte ihm die Moderatorin trocken, dass sie, auch wenn man es sich vielleicht nicht vorstellen könne, selbst einmal jung gewesen sein und schließlich auch Enkel habe, die sie beraten.

„Der Hahn ist tot“ war der Meilenstein in ihrer Karriere. Ab da an ging es steil bergauf. Ihre Morde sind nie brutal.

„Sie sind schnell tot und müssen nicht leiden.“

Ingrid Noll erzählte, wie sie einmal jemanden aus Versehen „ermorden ließ“, der es nicht verdiente. Darauf hatte sie drei Tage lang ein schlechtes Gewissen.

Als Schriftstellerin hatte Ingrid Noll die Textstellen aus ihrem aktuellen Roman „Goldschatz“ klug gewählt, somit konnte jeder im Publikum, der das Buch noch nicht gelesen hatte, dem Gespräch problemlos folgen.

Und auch noch jetzt nach Ende der Lesung, signierte die sympathische Autorin, weitere Bücher und hatte ein offenes Ohr. Respekt, Frau Noll!

Ingrid Noll wird uns hoffentlich noch lange erhalten bleiben: Ihre Großmutter wurde 105, ihre Mutter 106 und von ihr erwartet die Familie 107 Jahre. Prima! Dann dürfen wir ja noch einige Morde á la Noll erwarten.

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Ein gelungener Abend! Ein herzliches Dankeschön an Ingrid Noll!


Weiterführende Links

Die nächsten Lesetermine von Frau Noll auf der Verlagsseite

Ingrid Noll bei Diogenes

Rezension Goldschatz


Bloggerei.de

4 Kommentare zu „Ingrid Noll liest aus „Goldschatz““

  1. Pingback: "Kalt Ist Der Abendhauch" Ingrid Noll | SCHREIBBLOGG 2020

  2. Pingback: "In Liebe Dein Karl" Ingrid Noll | SCHREIBBLOGG 2020

  3. Vielen Dank! Ich freue mich immer sehr über Kommentare, besonders, wie in diesem Fall. Sie waren selbst dabei. Ingrid Noll ist authentisch und charismatisch. Liebe Grüße aus Wiesbaden Connie Ruoff

  4. Über Ihren Bericht zur Lesung von Ingrid Noll in Mainz freue ich mich sehr, zumal ich außer einigen Bildern der Büchergilde nichts weiteres finden konnte. Ich war selbst bei der Lesung und empfand die Fragen und Gesprächsführung des eigentlich sympathischen Moderators als nicht allzu gelungen. Dafür beeindruckte mich Ingrid Noll um so mehr, die mit Charisma, Charme und listig ironischer Bodenständigkeit strahlte. Mein Wunsch hat sich erfüllt: die Autorin in echt zu sehen und zu erleben. Ihre Bücher sprechen für sich und seit ihrem ersten Roman habe ich alle gelesen.
    Über diese Lesung und Suche nach Berichten darüber nun auf Ihren Blog gestoßen zu sein, erfreut mich zusätzlich.

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