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„Die Schwarze Harfe“ von Gravity Assist

Der Traum der schwarzen Harfe

1. Klappentext:

An einem entfernten Punkt des Rings der Sterne treffen der junge Prinz Ja’en und die fremdweltliche Shikani aufeinander: er der Thronfolger von Endo, dessen Grossvater ermordet worden und dessen Zukunft angesichts der zerbrechenden Monarchie unabsehbar ist; sie, die einzige des Volkes der Senjasantii, die als Laar ein Königliches Kriegsschiff befehligt. Die beiden verbindet der unbeirrbare Bromen Cossan,

geheimnisvoller Vrakaan-Jäger, brillanter Taktiker und Held aus Ja’ens Kindheit; ihm ist Shikani gefolgt, nachdem er die Seuche, an dem ihr Volk so grauenvoll litt, besiegt hatte. Doch noch etwas anderes verbindet Ja’en und Shikani: Es ist der Traum der Schwarzen Harfe, ein metaphysisches Phänomen, in dem sich die Jahrtausende alte Kultur der Senjasantii ausdrückt. Dies ist Ja’ens und Shikanis Geschichte, von beiden erzählt: ihre Reise durch die Welten des Rings, ihr Kampf in den Weiten des Alls, die politischen Ränkespiele der verschiedenen Endo-Fraktionen, die Gefahren im Vakuum, auf glühend heissen Welten und im Rumpf eisiger Sternenschiffe. Es ist ihre Auseinandersetzung mit aristokratischen Handelshäusern, räuberischen Vrakaanen, Kolonisten aller Couleur und geheimnisvollen Temb’ran-Meistern, ihre Verwirrung darüber, dass Freund und Feind die Rollen tauschen, ihr Versuch zu erkennen, wie der Einzelne einen Unterschied machen kann – wenn er bereit ist, über sich hinauszuwachsen.

2. Mein erster Eindruck:

Vorab: Es ist sehr schwierig, dieses Buch zu rezensieren, ohne ins Schwärmen zu geraten oder zu spoilern.
Das Cover und der Umschlag passen sehr gut zum Inhalt: Sternrouten am Himmel, der Titel, „Die schwarzen Harfe“ und der Name des Schriftstellerkollektivs, Gravity Assist, in weißer Schrift auf dunkleren Blautönen. Ort des Geschehens ist der Ring der Sterne. Die Karte davon, der Ilben-Almanach, ist auf der vorderen Innenseite des Umschlags abgebildet. Dadurch findet der Leser gut in die Geschichte und kann sich im Geschehen besser orientieren. Auf der hinteren Innenseite findet der Leser ein Glossar und eine Zeittafel. Es handelt sich um ein Softcoverbuch von 795 Seiten und es wiegt auf meiner Küchenwaage 888 Gramm.
Gravity Assist sind Stefan Bommel, Tobias Bangerter, Matea Zosak, Berenice Bommeli und Sven Hirsch-Hoffmann. Der Leser erfährt auf der Homepage von Gravity Assist, mehr über die Entstehungsgeschichte des Buches und kann die Sternenkarte auf sich wirken lassen. Der Name Gravity Assist ist gut gewählt, der Begriff bezeichnet ein Gravitationsmanöver in der Raumfahrt.
Das Buch wurde im Verlag Edition 381 veröffentlicht.

3. Zum Inhalt:

Wir befinden uns in einem uns unbekannten Planetensystem, dem Ring der Sterne. Das Buch erzählt dessen Geschichte.
Die Völker der Endoer und Senjasantii leben im Planetensystem des Rings. Die Senjasantii sind hochentwickelt und der Ring der Sterne ist ihr Ursprung. Sie leben seit Jahrtausenden nach einem metaphysischen Phänomen, dem Traum der schwarzen Harfe. Sie erforschen die Elawaia, den Ring der Sterne, aber erobern nicht, sie beobachten aus der Distanz und lernen.
Die Endoer sind uns sehr ähnlich und haben das Planetensystem in mehreren Expansionswellen besiedelt.
Wir erfahren die Geschichte aus beiden Perspektiven. Prinz Ja’en, der Thronfolger von Endo, und Shikani,Tochter der Senjasanntii zeigen uns, ihre persönliche Sicht des Geschehens. Die kriegerischen Auseinanderstzungen drohen zu eskalieren, und, es ist nicht mehr eindeutig zu erkennen, wer auf welcher Seite steht und welche Interessen sich dahinter verbergen.
Der ständige Perspektwechsel ermuntert den Leser, das Geschehen zu reflektieren und sich zu positionieren. Der Leser erlebt den Krieg und die Protagonisten hautnah, er lernt deren Charaktere kennen und erfährt unvorhersehbare Wendungen.

4. Zu den Charakteren

Shikani ist eindeutig meine Lieblingsfigur. Die Tochter der Senjasantii, die den Mut hat ihren Planeten zu verlassen und einen neuen Weg zu gehen. Sie schließt sich Bromen an. Es ist für sie nicht immer einfach, ihre Innere Welt mit der Äußeren Welt, in Einklang zu bringen. Sie folgt dem Traum der schwarzen Harfe.
Bromen ist der Laar, Kommandant, der königlichen Flotte, dessen Stärke seine Taktik und seine Voraussicht ist. Er treibt das Geschehen voran. Seine Intension ist, die Monarchie wiedereinzusetzen und, den Ring zu befrieden. Seine Dominanz ist greifbar. Der Schutz von Ja’en ist für ihn vorrangig.
Ja’en, der Prinz und Thronfolger der Endo, bewundert Bromen von Kindheit an. Er lernt Shikani als Kind kennen und verehrt sie fortan. Er fühlt sich mit ihr in der Inneren Welt verbunden und auch Shikani erkennt in ihm, seine Besonderheit. Merkwürdig, Jae’en wirkt auf mich schon mit 12 Jahre alt weise und erwachsen.

5. Meine Meinung

Es ist eine Heldenreise. Es ist der Beweis, dass ein Einzelner, die Welt retten kann. Die Charaktere entwickeln sich und wachsen mit ihren Herausforderungen. Ich war sofort begeistert von der Komplexität dieses Universums. Es war gesellschaftlich, politisch, psychologisch und mit philosophischem Hintergrund hervorragend entworfen und umgesetzt. Eine runde Sache.
Nicht nur die drei schon erwähnten Hauptpersonen sind tiefgründig, auch Figuren, wie Se’en, Hamander oder Ker Sheia sind bemerkenswerte Charaktere. Sie leben.
Der metaphysische Teil der schwarzen Harfe nahm mich gefangen. Ein hochentwickeltes Volk, das sein Leben nach Träumen richtet und keine wirtschaftlichen Interessen hat, macht neugierig und berührt. Das Motiv des Traumes ist der rote Faden durch das Buch.
Am Anfang ist es nicht einfach die vielen Informationen, Namen, Techniken und Interessenparteien einzuordnen. Eine große Hilfe hierbei sind Karte, Glossar und Zeittafel. Für meine Hartnäckigkeit wurde ich mit einer hinreißenden Liebesgeschichte, die den Grundstein des neuen Bündnisses legt, reich belohnt.

6. Fazit

Meine anfängliche Begeisterung ist weiter gewachsen. Die Geschichte der Elawaia ist rundum gut durchdacht und hat ein ergreifendes Ende, das alle bis dahin unbeantworteten Fragen beantwortet. Es ist ein Science Fiction, der den Leser emotional in Bann nimmt. Es ist der Sieg des Individuums über Traditionen und Vorurteile. Es bleibt nur noch zu sagen:

Lest „Die Schwarze Harfe“!

Ich gebe 5 Punkte.

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