Frankfurter Buchmesse 2027, Diogenes Bloggertreffen, Stefanie Uhlig und Susanne Bühler stellen das Programm Frühjahr 2027 vor

Diogenes stellt auf der Frankfurter Buchmesse 2026 das Programm fürs Frühjahr 2027 vor

Die Frankfurter Buchmesse 2026 widmet sich Tschechien als Ehrengast. Unter dem Motto „Ein Land an der Küste“ bringt das Nachbarland ein facettenreiches Literatur- und Kulturprogramm nach Frankfurt und setzt damit einen markanten Akzent im internationalen Messegeschehen.

Die Frankfurter Buchmesse 2026: Tschechien im Rampenlicht

Die Frankfurter Buchmesse zeigt auch 2026, warum sie als führende Fachmesse der internationalen Verlagsbranche gilt. Vom 7. bis 11. Oktober treffen sich Verlage, Autorinnen und Autoren, Literaturvermittler sowie Akteure aus Kultur und Medien in Frankfurt. Im Fokus steht Tschechien, dessen Motto „Ein Land an der Küste“ mit literarischer Symbolik spielt und die tschechische Kultur jenseits geografischer Klischees beleuchtet.

Das Gastland beeindruckt mit rund 75 Autorinnen und Autoren, die Lesungen, Gespräche und Präsentationen gestalten. Die Messe wird so nicht nur zum Handelsplatz für Rechte und Lizenzen, sondern auch zur Bühne für literarische Vielfalt und kulturellen Austausch.

Zu den prominenten Gästen zählen in diesem Jahr Jill Lepore, Colson Whitehead, Jenny Erpenbeck, Robert Habeck, Gisèle Pelicot, Mariana Mazzucato, Volker Schlöndorff und Wolf Biermann. Weitere bekannte Namen wie Philippe Sands, Cornelia Funke, Nele Neuhaus, Caroline Wahl und Axel Scheffler bereichern das Programm.

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels – Frankfurter Buchmesse 2026

Den Abschluss der Frankfurter Buchmesse 2026 bildete wie jedes Jahr, die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, der 2026 Philippe Sands für seinen unermüdlichen Einsatz als Jurist und Autor für Menschenrechte, Völkerrecht und Rechtsstaatlichkeit, verliehen wurde. In seiner Dankesrede in der Frankfurter Paulskirche stellte er den Satz ins Zentrum: „Frieden braucht Gerechtigkeit. Gerechtigkeit braucht Regeln. Regeln brauchen das Recht. “

Scharf kritisierte Sands den deutschen Umgang mit dem Krieg in Gaza. Er warf Deutschland ein „unanständiges Schweigen“ vor und forderte, Völkerrechtsverletzungen klar zu benennen – gerade bei Verbündeten. Zugleich betonte er, seine Kritik sei weder antisemitisch noch anti-israelisch, sondern ein Plädoyer dafür, Recht universell und nicht selektiv anzuwenden.

Der Titel seiner Rede, „Der Albatros des Schweigens“, symbolisiert die Last des Schweigens. Sands machte deutlich, dass Schweigen in politischen und moralischen Fragen selbst zum Problem werden kann.

Bloggertreffen beim Diogenes Verlag auf der Frankfurter Buchmesse 2026

Mein Lieblingsverlag ist der Diogenes Verlag, einer der renommiertesten deutschsprachigen Literaturverlage, ist traditionell auf der Buchmesse vertreten. Sein Schwerpunkt liegt auf Belletristik, Krimis und internationaler Gegenwartsliteratur.

Diogenes kündigte für die Messe zahlreiche Veranstaltungen mit eigenen Autorinnen und Autoren an, sowohl auf dem Messegelände als auch in der Stadt, bei OPEN BOOKS und in Frankfurter Buchhandlungen. Zu den Gästen gehörten Elena Fischer, Martin Suter, Alice Horáčková, Mario Petuzzi, Julia Engelmann und Shelly Kupferberg.

Dieses Jahr lud der Verlag am Donnerstag zum Bloggertreffen ein – ein Termin, den wir uns nicht entgehen ließen. Stargast war Elena Fischer, Eine junge überaus sympathische Autorin, die zahlreichen Fragen Rede und Antwort stand. Ich hatte die Autorin bislang nicht auf dem Schirm, werde das aber ganz schnell ändern.

Elena Fischer (*1987) ist eine deutsche Autorin aus Mainz. Sie studierte Komparatistik und Filmwissenschaft und absolvierte anschließend ein Prosaschreibstudium sowie die Textwerkstatt von Kurt Drawert.

Bekannt wurde sie mit ihrem Debütroman „Paradise Garden“ (Diogenes, 2023). Im Mittelpunkt steht die 14-jährige Billie, die mit ihrer Mutter und Großmutter in einer Hochhaussiedlung lebt. Nach einem traumatischen Ereignis beginnt eine Reise, die den Roman zugleich als Coming-of-Age-, Familien- und Roadnovel prägt. Themen sind unter anderem Trauer, Armut, Migrationserfahrungen und weibliche Selbstbehauptung.

Der Roman war 2023 für die Longlist des Deutschen Buchpreises und den Debütpreis des Harbour-Front-Literaturfestivals nominiert; außerdem war Fischer 2021 Finalistin beim Literaturwettbewerb open mike. „Paradise Garden“ wurde laut Diogenes inzwischen in 15 Sprachen übersetzt.

2026 erschien ihr zweiter Roman „Wirf einen Schatten“. Die Handlung spielt im Deutschland der 1960er-Jahre und folgt Joseph, einem verlassenen Bauern, dessen festgefahrenes Leben durch die Begegnung mit einer neuen Figur in Bewegung gerät.

Wie jedes Jahr stellten Steffi Uhlig und Susanne Bühler uns das Verlagsprogramm für das nächste Frühjahr vor.

Ein kleiner Vorausblick in das Verlagsprogramm fürs Frühjahr 2027

Doris Dörrie „Champagner“. Mai 2027:

Das Buch ist eine humorvolle und warme Hommage an Dörries Lieblingsschriftsteller Anton Tschechow. Die Geschichte dreht sich um vier Schwestern (Olga, Mascha, Irina und Natascha), die von ihrer Mutter nach den Figuren aus Tschechows berühmtem Theaterstück Drei Schwestern benannt wurden.
Die Geschwister kommen auf Ibiza zusammen, um über die Zukunft des Hauses inmitten von Orangenbäumen zu entscheiden, in dem ihre Eltern bis zu ihrem Lebensende ein Hippie-Dasein führten. Dabei stehen sie vor der Frage, ob sie das Haus mitsamt all seiner Erinnerungen behalten oder gerade deswegen verkaufen sollen. Dörrie erzählt darin vom Glück, das so flüchtig ist wie die Perlen im Champagner, und von dem, was am Ende im Leben wirklich bleibt.

Julia Engelmann „Ruhm und Ehe“. Februar 2027:

Franka gibt alles auf, um Schauspielerin zu werden, und erreicht schließlich weltweiten Ruhm.
Doch der Erfolg kostet sie ihre Liebe, ihre Familie und ihre Lebensfreude.
Als sie trotz Ehe und Luxus weiterhin einsam bleibt und eine erschreckende Nachricht erhält, beginnt sie, ihr Leben grundlegend zu verändern.

Nicolas Guth „Das Barfußmädchen“. März 2027.

Die 14-jährige Lee ist nach dem Tod ihrer Mutter auf sich allein gestellt.
Aus Angst vor einem Heim verschweigt sie deren Tod und kämpft mutig ums Überleben.
Dabei setzt sie alles daran, den letzten Rest ihrer Familie zu bewahren.

Ingrid Noll „Vergissmeinnicht“ Februar 2027

Sabine kehrt nach Weinheim zurück, um ihr Elternhaus auszuräumen und zu verkaufen.
Dabei entdeckt sie überraschende Geheimnisse aus ihrer Vergangenheit, die ihr Leben verändern.
Unterstützt von ihrem Exmann und einem alten Schulfreund muss sie sich nicht nur ihrer Familiengeschichte, sondern auch neuen Gefühlen stellen.

Schreibblogg Rezensionen zu Büchern von Ingrid Noll

Benedict Wells „Die Geschichten in uns“. Juli 2026.

Benedict Wells erzählt persönlich von seinem Leben, seinem Weg zum Schriftsteller und der Entstehung seiner Romane.
Er gibt Tipps zum Schreiben, spricht über Rückschläge und die Wirkung guter Geschichten.
Außerdem enthält das Buch ein neues Kapitel über künstliche Intelligenz und weitere Literaturempfehlungen.

Simon Froehling „Samstag, Sonntag“. April 2027.

Während des Pride-Samstags bereiten sich verschiedene Menschen auf Umzug und Feiern vor.
Doch ein bewaffneter Mann verändert am nächsten Tag alles und erschüttert ihre bisherige Sicherheit.

Lukas Hartmann „Die wiedergefundene Tochter“. April 2027.

Nach 20 Jahren meldet sich Theos verschwundene Tochter Alissa, die inzwischen Jolanda heißt.
In einem vorsichtigen Gespräch versuchen Vater und Tochter, die Gründe für ihre Trennung und alte Verletzungen zu verstehen.
Trotz politischer Unterschiede suchen sie nach einer Möglichkeit, wieder zueinanderzufinden.

Katja Früh „Vielleicht ist die Liebe so“. Februar 2027.

Anjas Mutter kündigt überraschend ihren eigenen Tod für den 18. Februar an.
Die ehemalige Schauspielerin und heutige Barkeeperin Anja gerät dadurch völlig aus dem Gleichgewicht.
Während sie mit ihrer schwierigen Beziehung zur Mutter kämpft, muss sie sich auch um deren Hund kümmern.

Ian McEwan „Zwischen den Büchern“ Gesammelte Essays. Mai 2027.

Ian McEwan verbindet persönliche Erinnerungen mit Einblicken in seine Lese- und Schreibwelt.
In seinen Essays beschäftigt er sich mit Literatur, Wissenschaft, Gesellschaft, Politik und den großen Fragen unserer Zeit.
Dabei zeigt er, wie sein Leben und seine Erfahrungen ihn als Schriftsteller geprägt haben.

Schreibblogg Rezensionen zu Büchern von Ian McEwan

Amelie Nothomb „Jetzt umso besser“. Juni 2027.

Adrienne wächst während der deutschen Besatzung Belgiens in schwierigen Familienverhältnissen auf.
Mit ihrem Motto „Umso besser“ trotzt sie Krieg, familiären Konflikten und einer grausamen Großmutter.
Der Roman erzählt von ihrem frühen Erwachsenwerden, ihrer Suche nach Unabhängigkeit und ihrer späteren Auseinandersetzung mit der eigenen Mutter.

Julia F. Tzaisler „Schwarzer Honig“. Februar 2027

Talia kehrt nach zehn Jahren nach Tel Aviv zurück, nachdem ihre frühere große Liebe Noam schwer erkrankt ist.
Obwohl sie inzwischen verheiratet ist und eine Tochter hat, beginnt zwischen ihr und Noam eine außergewöhnliche Liebesgeschichte, die ihre Vorstellung von Leidenschaft verändert.

Peter Granger „Unter Verdacht“

Ein Häftling wird kurz vor seiner Entlassung ermordet, und eine in seiner Zelle gefundene Telefonnummer führt zu DC Smith.
Während Smith eigentlich einen großen Drogeneinsatz leitet, gerät er selbst unter Verdacht.
Mit seiner Menschenkenntnis untersucht er den Fall und entdeckt, dass der wahre Schuldige nicht dort zu finden ist, wo alle suchen.

Wir nahmen von der Buchmesse 2026 mit nach Hause:


Diogenes Verlag:
Elena Fischer „Wirf einen Schatten“.
Mario Petuzzi „Winterschlaf“.
Peter Grainger „Ein unglücklicher Tod“
Bernhard Schlink „Gerechtigkeit“.
Alice Horácková „Geteiles Haus“,
Martin Walker „Bredouille“.
Mario de la Piedra Walter „Unser kreatives Gehirn“.

Mein herzlicher Dank geht an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplare.

Timothy Snyder „Über Freiheit“. C. H. Beck 2026.
Jill Lepore „Die Regierung der Maschlinen“ C. H. Beck 2026.
Emily Bronte „Wuthering Heights“ Inselverlag 2025:

Für die Recherche arbeite ich mit Perplexity.

Viel Spaß beim Stöbern. Es war schön auf der Frankfurter Buchmesse 2026, aber auch anstrengend. Bis nächstes Jahr!

Weiterführende Links zu Frankfurter Buchmesse 2026

Buchmesse.de

Diogenes Programmvorschau

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert