Carol Rifka Brunt sag den wölfen
Sag den Wölfen, ich bin zu Hause Book Cover Sag den Wölfen, ich bin zu Hause
Carol Rifka Brunt
Romane
Eisele Verlag
23.02.2018
Fester Einband
448

1. Klappentext

Der New-York-Times-Bestseller erstmals auf Deutsch
ZUM BESTEN BUCH DES JAHRES GEWÄHLT VON • Wall Street Journal • Oprah Magazine • Booklist • BookPage • Kirkus Reviews
EIN POETISCHER ROMAN ÜBER FAMILIE UND FREUNDSCHAFT
Manchmal verlierst du einen Menschen,
um einen anderen zu gewinnen.
Manche Verluste sind so schwer, dass sie nicht wiedergutzumachen sind. So geht es June Elbus, als ihr Onkel Finn stirbt, der Mensch, mit dem sie sich blind verstand, der ihr alles bedeutete. Doch mit ihrer Trauer ist sie nicht allein. Schon bald nach der Beerdigung stellt June fest, dass sie sich die Erinnerung an Finn teilen muss – mit jemandem, der sie mit einer schmerzhaften Wahrheit konfrontiert. Der sie aber auch lehrt, dass gegen die Bitternisse des Lebens ein Kraut gewachsen ist: Freundschaft und Mitgefühl. »Ein überwältigendes Debüt.« O: The Oprah Magazine
»Fesselnd bis zum Ende. Dieser Roman zieht alle emotionalen Register.« Bookpage
»Eine bitter-süße Mischung aus Herzschmerz und Hoffnung.« Booklist
»Ergreifend bis zur letzten Seite.« ELLE
»Zwischen Trauer und Hoffnung – das geht unter die Haut und ans Herz ... Carol Rifka Brunts Debütroman ist schon jetzt eins der besten Bücher 2018!« Myway

2. Zum Inhalt

„Sag den Wölfen, ich bin zu Hause. Vielleicht hatte Finn das alles längst verstanden, so wie immer. Man kann ihnen ruhig sagen, wo man wohnt, denn sie finden einen sowieso. Das tun sie immer.“

„Sag den Wölfen, ich bin zu Hause“ von Carol Rifka Brunt ist ein Buch, dem keine Rezension gerecht werden kann. Vier Jahre hat es gedauert, bis der New York Times Bestseller in deutscher Sprache erschien.

Es spielt in den achtziger Jahren. Zwei Schwestern, die einmal die besten Freundinnen waren, entwickeln sich in unterschiedliche Richtungen und entzweien sich. Während die ältere Greta sich überall einbringt, zieht sich die jüngere June immer mehr zurück. Finn der jüngere Bruder ihrer Mutter und Junes Patenonkel, ist der einzige Mensch, bei dem sie sich verstanden fühlt und dem sie sich öffnet.

Dann beginnt die Aufführung eines klassischen Dramas. Finn Ist an HIV erkrankt. Die Krankheit ist ausgebrochen. Er stirbt. Der Künstler malt sein letztes Bild. Es ist ein Porträt der Schwestern und deren Mutter, also seiner eigenen Schwester. Während den Sitzungen für das Gemälde verbringen sie viel Zeit miteinander. June ist glücklich, in Finns Nähe zu sein.

Obwohl June wusste, dass der Zeitpunkt kommen würde, an dem es keinen Finn mehr gäbe, trifft sie sein Tod mit brutaler Härte.

Erst nach und nach erfährt sie, wie Finn war. Wen hat Finn geliebt? Sie analysiert ihre eigenen Gefühle und gerät auf eine Achterbahn der Emotionen.

Der Leser kann sich den Gefühlen nicht verschließen, sondern er macht wirklich eine Art Katharsis des griechischen Dramas mit. Ich habe einige Taschentücher verbraucht.

Das Buch geht um „Anders Sein“, „Schwul Sein“, „Was sagen denn die Leute dazu?“, „Verlust“, „Schuldzuweisung“ und „Eifersucht“.

Es geht aber auch um „Liebe“, „Loyalität“, „Trauerverarbeitung“, „Erwachsen werden“ und „Das Richtige tun“ bzw. „die richtigen Entscheidungen treffen“.

Die Autorin und die Übersetzerin nehmen den Leser behutsam und empathisch an die Hand.

5/5 Punkten

3. Protagonisten

June ist ein tolles 15-jähriges Mädchen, das nicht so genau weiß, wohin es gehört. Finn ist ihre erste Liebe. Sie kann diese Gefühle weder einordnen, noch abstellen, obwohl sie glaubt zu wissen, dass diese Liebe etwas Verbotenes sein. Finn ist der Einzige, der sie versteht. Das ehemals innige Verhältnis zu Greta gibt es nicht mehr. Sie ist allein.

Aber June bleibt nicht auf diesem Stand. Sie reflektiert ihr Verhalten und untersucht die möglichen Beweggründe. Sie wächst weit über sich hinaus.

Sie lässt sich auf die Freundschaft zu Tobi, Finns Partner, ein, obwohl sie weiß, dass sie ihn wieder verlieren wird.

5/5 Punkten

4. Sprachliche Gestaltung

Dieser Debütroman von Carol Rifka Brunt ist in einer sehr schönen Sprache aus Junes Perspektive in der Ich-Form geschrieben, die es noch persönlicher werden lässt. Und die Übersetzerin hat die richtigen deutschen Worte gefunden. Die Kapitellänge ist angenehm und lässt den Leser durchatmen.

5/5 Punkten

5. Cover und äußere Erscheinung

„Sag den Wölfen, ich bin zu Hause“ von Carol Rifka Brunt, übersetzt von Frauke Brodd, hat 448 Seiten, einen festen Einband und ist am 23.02.2018 unter der ISBN 9783961610075 bei Eisele Verlag, im Genre Romane, erschienen.

Auf dem Cover ist ein Mädchen mit schulterlangen Haaren, einem roten Rock und weißer Bluse zu sehen, das durch den Wald läuft. Ein Kohlweißling? (Weißer Schmetterling) sitzt auf den Blättern.

Es symbolisiert für mich das Suchende und Herumirrende der Schwestern. Ich finde, das Cover passt sehr gut.

5/5 Punkten

6. Fazit

Es ist nicht nur ein Jugendbuch, sondern für jeden Menschen empfehlenswert, um die eigenen Vorurteile zu überprüfen und nicht zu vergessen, dass Erwachsenwerden nicht einfach ist.

Mit Freundschaft, Verständnis, Liebe, Empathie und Toleranz wird alles einfacher und schöner.

Ich bedanke mich bei @Eisele Verlag und NetgalleyDE für das Rezensionsexemplar.

Lesempfehlung

Ich vergebe insgesamt 5/5 Punkten.

Connie’s Schreibblogg http://schreibblogg.de

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