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Ein Appell für mehr Menschlichkeit

LITERATURBLOG PHILOSOPHIE

1. Klappentext

Gibt es eine Antwort auf die Wirren in dieser Welt? Friedrich Nietzsche sah als Auftrag des Menschen, einen Überwinder-Typus hervorzubringen. Was aber soll dieser überwinden? In ihrem Essay zeigt Beile Ratut, dass der Übermensch zwar nach Überwindung strebt – doch es ist nicht die Überwindung hin zum Leben – es ist die Unterjochung des Lebendigen. Was für Spuren hinterlässt ein Mensch in dieser Welt? Spuren des Lebens – oder des Verderbens? Wenn man innehält und sich umschaut, sieht man: Die Welt in Wirren und in Not, die von Menschen gemachten Fortschritte haben lediglich ein Flickwerk an Linderung gebracht.

Die Welt scheint den Übermenschen zu brauchen. Doch anders als Friedrich Nietzsche sieht Beile Ratut im Übermenschen nicht Chance, sondern existenzielles Problem. Sie hat ihn beobachtet und sein Verhalten analysiert und zeichnet nun in ihrem Essay ein Abbild des Übermenschen: eilfertig nach Erfolg und Ehre strebend, geschickt in der Suggestion, doch an echter Begegnung, an wahrer Beziehung, am Eigentlichen des anderen Menschen kalt vorüberhastend. Paul Watzlawick sagt, man könne nicht nicht kommunizieren. Beile Ratut aber zeigt, dass der Übermensch dem Anderen auf eine Weise begegnet, die Verständigung ausschließt. Dem Anderen kommt dann nur die Rolle des Mitläufers oder gar Feindes zu, niemals aber wird er Gefährte bei der Erkenntnisgewinnung – immer Werkzeug, niemals Sinn. Am Ende sind alle ärmer, auch der Übermensch selbst.

Beile Ratuts scharfe Beobachtungen regen an, diesen Übermenschen-Typus zu erkennen im anderen und in sich selbst, sie helfen, ihm in der Mitwelt aus dem Weg zu gehen oder gar ihn in sich selbst zu bewältigen. Ihr Kompendium des Übermenschen ist ein Markstein der Überwindung hin zum Leben.

 

2. Heute gibt es auf meinem Bücherblog Philosophie:
Der Begriff Übermensch

Die Wortschöpfung Übermensch gab es schon ca. 100 v. Chr. bei den Römern. Sie verwendeten den Begriff Übermensch als Spott. In Deutschland tauchte das Wort 1527 als Schimpfwort für Lutheraner auf.

In Dante Alighieri’s „Göttliche Komödie“ spielt der Übermensch eine zentrale Rolle. Der Wanderer Dante erreicht den Status Übermensch, d.h., er kann den Menschen überwinden, noch im Diesseits. Der einfache Mensch kann nur auf das Jenseits hoffen.

Auch bei Herder, Goethe, Dostojewski, Fontane und sicherlich noch Weiteren, finden wir, den Begriff.

Hilfreiche Links.

https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cbermensch

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45138437.html

3. Der Übermensch bei Nietzsche

Friedrich Nietzsche bezeichnet Lord Byron als „Geistes beherrschenden Übermenschen“. Was versteht er unter dem Begriff Übermensch?

In „Also sprach Zarathustra“ zeigt uns Nietzsche als letzte Menschen. Wir sind es nicht wert, erhalten zu werden. Der Mensch muss überwunden werden.
Der letzte Mensch lebt versunken im Nihilismus. Gott ist tot! Das Christentum ist am Ende. Um den daraus folgenden Sinnverlust zu ertragen und diesen Verlust mit einem neuen Sinn zu füllen, muss er sich biologisch zum Übermenschen weiterentwickeln, und sich selbst zum finalen Zweck und Sinn erheben. Die letzten Menschen sieht er, als eine harmlose nach Führung heischende Schafherde. Die Besonderheit ist für mich, dass er auch den Künstler als einen Übermensch betrachtet, wegen seines „Schaffens“, des Formens, des Formen-Aufdrückens ohne Moral oder Verantwortung, nur um der Kunst willen.

Der Übermensch hält sich an keine Gesetze. Er macht selbst die Gesetze.

  • Quelle: Friedrich Nietzsche,
    • „Also sprach Zarathustra“,
    • „Menschliches, Allzumenschliches“.
    • „Die Genealogie der Moral“.
    • Siehe auch Philosophie-Wörterbuch.de

4. Der Übermensch bei Beile Ratut

Beile Ratut hat „das Phänomen des Übermenschen beobachtet, studiert und analysiert.“ Die dabei entdeckte „Dynamik des Bösen“, schildert sie im vorliegenden Kompendium. Wie erkenne ich den Übermenschen? Wie kann ich mich von ihm abgrenzen? Wie kann ich mich vor ihm schützen? Wer ist der Übermensch?

Das Buch soll als Appell an alle Menschen gelten, „das Böse als solches zu erkennen“. Aber es soll nicht nur erkannt werden. Wir sollen es meiden. Wir sollen die Verantwortung dafür tragen.

Das Gute wählen.

Die Autorin schildert einen Menschen, der rücksichtslos seine eigenen Ziele verfolgt. Der Übermensch beherrscht den Schein. Er blendet. Er ist charismatisch. Man erkennt ihn nicht gleich. Er ist eloquent und kann sich bei Problem herausreden.

Liebe oder Freundschaft sind für ihn bedeutungslos. Er instrumentalisiert die Menschen. Je nach Nutzen fällt oder steigt ihr Wert. Er lehnt jegliche Verantwortung ab. Er ist für sich selbst, wie schon erwähnt, sein ureigenster Sinn und Zweck.

Das vorliegende Büchlein soll uns helfen, ihn zu enttarnen. Aber Vorsicht! Lasst uns in den Spiegel blicken! Erkennen wir in uns selbst den Übermenschen? Ist es nur eine kleine Spur, oder ähneln wir ihm mehr, als wir dachten?

Sie zeigt uns auf, dass ein Leben als Übermensch, uns den Zugang zu einem erfüllten Leben verwehrt.

Es ist ein Aufruf zu christlichen Werten zurückzukehren und dem Egoismus den Zugang zu verweigern. Es ist auch ein Aufruf, der Freiheit des Willens nachzukommen und sich für das Gute, auch wenn es beschwerlich sein mag, zu entscheiden. Es ist ein Aufruf zu einer Rücksichtsvollen, verantwortungsvollen Gemeinschaft.

5/5 Punkten

5. Sprachliche Gestaltung

Beile Ratut schreibt in einer klaren, schnörkellosen Sprache, die punktuell die Botschaft hervorhebt. Die Kapitel sind oft nur zwei oder drei Seiten lang, aber so dicht geschrieben, dass ich an manchen Abenden, nur ein Kapitel las und dennoch mit einer Fülle von Gedanken angefüllt war.

5/5 Punkten

6. Cover und äußere Erscheinung

„Kompendium des Übermenschen“ von Beile Ratut, mit einem Vorwort von Sebastian Moll hat 110 Seiten, einen festen Einband und ist am 14.08.2017 unter der ISBN  9783885091301 bei Ruhland im Genre Sonstiges erschienen und kostet 18,80 €..

Ein apartes Büchlein, das jedes Buchregal schmückt.

5/5 Punkten

7. Fazit

Ein Aufruf zu unseren immanenten Werten, zurückzukehren. Vielleicht genau das Richtige in der heutigen Zeit. Beile Ratut glaubt an den freien Willen. Das heißt, im Gegenzug aber auch, dass wir selbst für uns und unsere Handlungen und Taten verantwortlich sind.

Nur „Nichtwollen“ verursacht Chaos. Der Mensch muss eine bewusste Entscheidung für das Gute treffen.

Nicht zerstören! – Erschaffen!

Ein gelungener Leitfaden für eine funktionierende menschliche Gemeinschaft.

@Ruhland Verlag: vielen Dank für das Rezensionsexemplar. Schön, dass ich bei Leserunde auf lovelybooks dabei sein konnte.

Ich vergebe insgesamt 5/5 Punkten.

Eine weitere Rezension https://www.thecathwalk.de/2017/08/22/es-kann-nur-einen-geben/

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