„Das größte Abenteuer der Menschheit“ Lawrence M. Krauss

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„Das größte Abenteuer der Menschheit“ von Lawrence M. Krauss (Rezension)

Zum Inhalt

„Das größte Abenteuer der Menschheit. Vom Versuch, das Universum zu entschlüsseln“ von Lawrence M. Kraus konnte mich nicht so begeistern. Der Autor beginnt im ersten Kapitel mit Platons Höhlengleichnis. Platon sagt uns damit, dass wir die Schatten, die wir sehen für die Wirklichkeit halten und wir uns von unseren Fesseln befreien müssen, um das Tatsächliche zu sehen. Wir dürfen uns aber dann auch nicht wundern, dass die anderen, die noch in ihren Fesseln leben, uns nicht glauben werden, wenn wir unsere neue Erkenntnis weitergeben.

Ich nehme an, Lawrence M. Kraus will damit sagen, dass wir alles, was wir bislang über Physik und Naturwissenschaften kennen und gelernt haben, nur ein Schatten der Realität ist, von dem wir uns freimachen müssen, um für neue Erkenntnis Platz zu schaffen und unvoreingenommen zu sein..

„So ist es in der Tat möglich, wenn auch jenseite des Bereichs, für den wir verlässliche Berechnungen anstellen können, dass der Raum im Inneren eines Schwarzen Loches vielleicht eine Pforte in ein anderes, nicht mit unserem Universum verbundenes Universum bereitstellt.“

S. 23

Eine schöne Idee für einen Schriftsteller im Scifi Bereich.

Sind wir auf der Suche nach dem „ Ding an sich“? All das, was hinter dem Phänomen für uns verborgen liegt.

Oder befindet es sich außerhalb der Reichweite unserer unmittelbaren sinnlichen Erfahrungen. S.23 Immanuel Kant sagt schon, dass unsere Erkenntniswerkzeuge dafür nicht ausgelegt sind.

Wie alle Bücher dieses Genres beginnen wir mit dem Urknall, erforschen das Licht, erfahren, dass Licht gleichzeitig Welle und Teilchen ist. Irgendwann kommen wir bei der Raum-Zeit an und erfahren, dass man diese nicht getrennt sehen darf. Relativitätstheorie und Quantentheorie lassen sich nicht einfach verbinden.

Lawrence M. Krauss erschlägt den Leser mit einer Fülle von Namen von Wissenschaftlern, die wegen ihrer Leistungen den Nobelpreis oder andere hochwertige Preise erhalten haben: Faraday, Planck, Heisenberg, Feynman – nicht zu vergessen, die Familie von Marie Curie sind nur einige wenige davon..

Der Autor weist nochmals darauf hin, dass Einstein 1902 den Nobelpreis nicht für seine Allgemeine Relativitätstheorie bekam, sondern  für den „Photoelektrischen Effekt“.

Weitere große Entdeckungen, wie die Heisenbergsche Unschärferelation werden genannt und dass letztendlich viele große Erkenntnisse auf Forschungen anderer, wie Bohr, Dirac, Feynman, Schrödinger, Dyson und noch vielen weiteren aufbauen. Also das letztendlich jede noch so kleine Erfindung ein kleiner Baustein des Weges zur Quantentheorie war.

Sprachliche Gestaltung

Das Buch ist dreigeteilt:

Teil I Genesis

Teil II Exodus

Teil III Offenbarung

Ich finde es ein wenig merkwürdig, diesem Buch die Namen, der Moses I – Genesis, Moses II, Exodus, beides Bücher des Alten Testaments und Offenbarung des Johannes aus dem Neuen Testament zu übernehmen. Worin wir noch unterscheiden, das Alte Testament – das Buch des Judentums und das Neue Testament, das Buch des Christentums. Welchen Analogieschluss soll ich daraus ziehen? Sollen die Bücher des Alten Testaments die klassische Physik und die Offenbarung die Moderne Physik, seit 1906, das Jahr in dem Max Planck die Quantentheorie veröffentlichte, darstellen?

Jedem einzelnen Kapitel steht wiederum ein Bibelvers voran.

Um manche Textstellen besser verstehen zu können, wollte ich die bibliographischen Hinweisen, bzw. das Literaturverzeichnis zur Hilfe nehmen. Ich habe allerdings nur einen bibliographischen Hinweis für Zitate gefunden. Es gibt auch keine Fußnoten. Aber es gibt ein Register.

Ich konnte weder die Bibelverse, noch die Gliederung und Unterteilung wirklich verstehen und fühlte mich dadurch etwas orientierungslos.

Fazit

Es fiel mir ab der Mitte schwer, dem Stoff zu folgen. Ich habe „Eine kurze Geschichte der Zeit“, „Der letzte Entwurf“, beide von Stephen Hawking, „Das Universum für Eilige“ von Neil DeGrasse Tyson und einige Bücher von Prof. Harald Lesch gelesen. Ich will nicht behaupten, dass ich diese Bücher insgesamt verstanden habe, aber ich konnte von jedem Buch etwas mitnehmen.

„Das größte Abenteuer der Menschheit“ hat mich mit mehr Fragen als Antworten zurückgelassen. Sicher haben alle im Buch genannten Wissenschaft großartige Leistungen erbracht, aber ich fühlte mich einfach von diesen Nobelpreisinhabern erschlagen.

Kurz und gut: Ich würde das Buch keinem Laien wie mir empfehlen. Aber das ist natürlich meine persönliche subjektive Meinung. Andere Leser kommen und kamen damit gut zurecht.

@Randomhouse und Knaus Verlag: Vielen Dank für das Rezensionsexemplar!

 Das größte Abenteuer der Menschheit
 Lawrence M. Krauss
 14.05.2018
 Fester Einband
 384
 Amerikanischen
 Helmut Reuter
Genre: Sachbücher
Erschienen bei Knaus
Buch ist im Scoobe Katalog enthalten.

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