„Die Kraft des Schreibens“ von Connie Ruoff

Wessen Pullover war das nur?

„Die Kraft des Schreibens“ von Connie Ruoff

Wessen Pullover war das nur? Grün – wird wohl Kaschmir sein. Männerpulli oder gehört er einer Frau? Warum interessiert mich das eigentlich? Ich glaube nicht, dass es wirklich eine Rolle spielt, aber wer weiß das schon?

Der Mensch ist das, was er aus sich macht. Aber wie macht man denn etwas aus sich? Woraus soll ich mich denn selbst erschaffen? Über welche Möglichkeiten verfüge ich? Woher nehme ich das benötigte Material? Wie kreiert man seinen Lebensentwurf? Und wie lange gilt dieser Entwurf? Lässt er sich korrigieren? Muss ich immer nur nach dem Guten streben? Was ist gut? Gut für mich oder für die Allgemeinheit?

Schließen wir nicht alle einen Pakt mit dem Teufel? Die Frage ist doch wohl eher, ob das Verhältnis des eingesetzten Wertes mit dem erreichbaren Preis ausgewogen ist.


Ein Kind wird geboren, in einer Familie – keiner fragt es, ob es dort hin möchte. Es kommt eben einfach dort zur Welt und das Abenteuer beginnt – oder ist es gar der grauenvolle Anfang einer unheilsamen Odyssee? Schon an diesem Punkt könnte dieser kleine Mensch die Frage ich?stellen „Warum ich?“. Vielleicht tut er das sogar und kann sich als Erwachsener einfach gar nicht mehr daran erinnern. Auf eine eigentümliche Art und Weise wächst er aber heran – als Junge oder als Mädchen. An dieser Stelle wird er auch diesmal nicht gefragt, zumindest kann sich niemand, den ich kenne, daran erinnern, dass er sein Geschlecht hätte wählen dürfen. Dennoch ist es in der heutigen Zeit möglich, diese Festlegung zu korrigieren – wenngleich auch mit großem Aufwand. Wonach strebt aber dann dieses Kind? Nach Liebe? Nach Anerkennung? Nach Reichtum?

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